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Philipp Blom

Schriftsteller, Historiker & Journalist

Nach Stationen in Hamburg, Detmold, Oxford, London und Paris lebt der Schriftsteller und Historiker seit einigen Jahren in Wien. Seine Bücher wurden in 16 Sprachen übersetzt. Zusätzlich war er als Lektor, Übersetzer, Kurator, Moderator, Filmemacher, Journalist und Auslandskorrespondent tätig, was ihn an verschiedene Orte in Europa und Amerika führte. Radiohörern ist Philipp Blom als Moderator der Ö1-Diskussionssendung «Von Tag zu Tag» bekannt. Seine Publikationen umfassen u.a.: Das große Welttheater, Wien 2019; Bei Sturm am Meer, Wien 2016; Die zerrissenen Jahre. 1918–1938, München 2014; Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung, München 2011; Der taumelnde Kontinent. Europa 1900–1914, München 2009.

keynote | Deutsch

Review
2021

Wir ersticken an den Nebenwirkungen unseres historischen Erfolgs

«Wir haben keine Zukunft», sagte Philipp Blom. Denn unser lineares Denken ist dysfunktional. Der Historiker, Philosoph und Schriftsteller untermauerte seine dystopische Zukunftsperspektive mit einigen eindrücklichen Zahlen: Beispielsweise sind erst seit kurzer Zeit rund 6 Millionen Vögel aufgrund von Nahrungsmangel in Europa verschwunden. Wenn wir uns weiterhin in dieselbe Richtung entwickeln, betreiben wir Innovation auf dem Deck der Titanic. Wir müssen also den Kurs und somit unser Denken ändern.

Aber woher kommt diese lineare Denkweise überhaupt? Seit Generationen wachsen wir mit dem biblischen Spruch «Macht euch die Erde untertan» auf. Klar: Die westliche Mentalität hat auch Demokratien oder Menschenrechte hervorgebracht. Aber nun machen sich die Nebenwirkungen unseres historischen Erfolgs bemerkbar.

Blom appellierte an das Publikum, damit aufzuhören auf der Erde und stattdessen in einer kritischen Zone zu leben. Einer kritischen Zone mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren, die sich nicht daraus herausziehen können und allesamt miteinander verbunden sind.
Dieser Paradigmenwechsel wäre die eigentliche Innovation. Im Anschluss könnten wir darüber sprechen, welche Technologien wir benötigen. Schliesslich haben wir überall enorme Potentiale für Veränderung – die wir aber aufgrund unseres linearen Denkens nicht sehen. Während der Österreicher sein Referat mit einem ernüchternden Ausblick begann, schloss er es mit ermutigenden Worten: «Versuchen wir, gemeinsam ein wahnsinniges Projekt zu starten.»