more more Events
Review Redesign Sessions Referenten Informationen
Gewinner & Finalisten Jury Ablauf Informationen
FutureExpo
Kontakt Zielgruppe Story

Prof. Moritz Helmstaedter

Geschäftsführender Direktor Max-Planck-Institut für Hirnforschung

Andere Länder – andere Sitten. Aber auch andere Gehirne? Wie sind wir im Kopf verdrahtet und warum? Unsere «kleinen grauen Zellen» kommunizieren ständig miteinander – dabei zählt nicht jede einzelne, sondern das Zusammenspiel in einem «Orchester aus Neuronen».

Moritz Helmstaedter untersucht, wo und wie im Gehirn die «Musik spielt». Er ist Experte für Konnektomik und erforscht dabei die Netzwerkeigenschaften des Nervensystems. Die Kartierung neuronaler Netzwerke im Gehirn soll Aufschluss geben über die Beziehung zwischen künstlicher und biologischer Intelligenz und verspricht ein besseres Verständnis psychiatrischer Störungen. Moritz Helmstaedter studierte Medizin und Physik in Heidelberg, wo er auch bei Nobelpreisträger Bert Sakmann am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung promovierte. Er unterrichtet an der Radboud University, Nijmegen, Niederlande und ist im wissenschaftlichen Beirat der Biomedical Big Data Initiative der Chinese Academy of Sciences, Shanghai.

keynote | Deutsch

11.20 Uhr

Review
2019

«Das menschliche Gehirn ist eine wahnsinnig gute Lernmaschine»

«Die künstliche Intelligenz, die wir heute haben, ist inspiriert von recht alter Neurowissenschaft – von Erkenntnissen, die ungefähr in der Mitte des 20. Jahrhunderts aktuell waren», erklärte Prof. Moritz Helmstaedter am Swiss Innovation Forum 2019. Heute sei dieser Forschungsstand überholt und es habe sich gezeigt, dass unser Gehirn ein Netzwerk von noch weit komplexerer und dichterer Struktur sei.
Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung zeigte auch auf, dass die heutige künstliche Intelligenz dem menschlichen Gehirn in vielerlei Hinsicht unterlegen ist. «Der Energieverbrauch unserer künstlichen Intelligenz ist viel zu hoch. Er muss gesenkt werden, nicht nur wegen der Nachhaltigkeit, sondern allein schon aus Kostengründen», so Helmstaedter, der in Heidelberg Medizin und Physik studierte, in seinem Keynote-Referat.
Ein Mensch hingegen könne ein einziges Sandwich essen und daraufhin stundenlang arbeiten. Weiter sei die Lernmethode der KI höchst ineffizient. Um zu verstehen, was ein Baum sei, müsse man dem Computer tausende von Bildern zeigen.
Schliesslich unterstrich Helmstaedter, dass das menschliche Gehirn darauf ausgerichtet sei, aus Erfahrung zu lernen. Denn fast nichts von dem, was wir können, sei bereits in unseren Genen angelegt. «Wir sind darauf trainiert, wahnsinnig gute Lernmaschinen zu sein.»